Was sind die wichtigsten KPIs für ihre regionale Website?

Das Thema KPIs im Online Marketing ist eine Wissenschaft für sich. Da im Medium Internet fast alles irgendwie messbar ist, entstehen immer wieder neue Messgrößen, die ein Unternehmer betrachten sollte, um den Erfolg oder Misserfolg seiner Maßnahmen zu bewerten. Doch gerade Anfänger kommen da schnell durcheinander und haben Probleme bei der Auswahl und Bewertung ihrer KPIs. In diesem Artikel möchte ich ihnen ein paar Website KPIs vorstellen, welche aus meiner Sicht wichtig sind, um die ersten Schritte im Regionalen Online Marketing zu bewerten. Die hier aufgeführten KPIs sind nur ein Bruchteil von den Messgrößen, welche man im Markt finden kann. Dennoch sollten sie damit in der Lage sein ihre Maßnahmen gut zu bewerten.

Was ist eigentlich ein KPI?

KPI steht für Key Performance Indicators und stellt somit die wichtigste Messgröße dar, um die Erfüllung der Ziele ihrer regionalen Online Marketing Maßnahmen zu messen und zu bewerten. Diese Messgröße kann auf unterschiedlichen Skalen abgebildet werden. Betrachtet werden können absolute Werte, Prozentwerte oder auch monetäre Werte. Für jede Zielsetzung gibt es unterschiedlichste KPIs, die herangezogen werden sollten. Oft besteht auch eine Abhängigkeit zwischen den einzelnen KPIs.

KPIs werden durch unterschiedlichste Tools erhoben. Je nach Marketingmaßnahme gibt es spezielle Analyse-Tools oder die KPIs. Gerade im Google Universum gibt es einige kostenlose Tools, die es ermöglichen KPIs zu erheben und auszuwerten. Auch auch hier gibt es unterschiedliche Tools, welche aber oft miteinander verknüft werden können.

Die wichtigsten Website KPIs

Bei der Website gibt es eine Vielzahl unterschiedlichster Messgrößen, die verwendend werden können, um die Performance ihrer Site zu messen und zu bewerten. Die 5 wichtigsten sollen hier nun kurz erklärt werden.

Nutzer  / Unique User

Nutzer und Unique User sagen das Gleiche aus. Je nach Tool ist diese KPI nur anders benannt. Manchmal liest man auch den Begriff „Besucher“. Die Unique User definieren die Anzahl der eindeutigen Nutzer (eigentlich ehr Computer) die die Seite bisher besucht haben. Sie werden also immer nur einmal gezählt. Egal wie oft sie auf die Seite kommen.

Sitzungen / Visits

Auch hier gibt es mehrer Namen für die gleiche KPI. Sitzungen oder Visits kommen am häufigsten vor. Aber auch „Besuche“ liest man in einigen Analysetools. Sie definieren die Anzahl an den Besuchen auf ihrer Webseite. Also wie oft ihre Seite aufgerufen wird ohne Bezug auf das, was auf ihrer Seite alles passiert ist.

Seitenaufrufe / Page Impression

Seitenaufrufe oder Page Impression definiert die Anzahl aller Aufrufe ihrer Website und derer Unterseiten. Hier wird als jeder Aufruf gezählt, egal wie oft der gleiche Nutzer ihre Seite oder einer ihrer Unterseiten besucht.

Verweildauer

Die Verweildauer definiert die durchschnittliche Zeit, welche ein Nutzer auf ihrer Webseite verweilt.

Absprungrate/Bounce Rate

Die Bounce Rate oder auch Absprungrate definiert, wie viele Nutzer die Seite direkt wieder verlassen ohne eine weitere Aktion auszuführen. Sie ist als Prozentsatz angeben und sagt aus wie hoch die Quote der Abspringern im Vergleich zu allen anderen Visits ist.

Ein Beispiel für Website KPIs

Nutzer A, B und C besuchen im Monat mehrfach ihre Webseite und surfen auf unterschiedlichen Unterseiten. Nutzer A kommt 3 mal zu ihren. Beim ersten Besuch surft er auf 4 Unterseiten. Beim zweiten Besuch schaut er sich nur zwei Unterseiten an und beim dritten Besuch schaut er bei ganzen 5 Unterseiten vorbei. Er verweilt bei allen Besuchen im Schnitt 120 Sekunden auf ihrer Website

Nutzer B kommt nur zweimal im Monat zu ihnen. Beim ersten Besuch schaut er sich 3 Unterseiten an und beim zweiten Besuch weiß auch er schon was er will und liest sich nur den Artikel auf einer Unterseite durch. Er verweilt im Schnitt 40 Sekunden

Nutzer C kommt zufällig nur einmal zu ihnen und verlässt die Website sofort wieder, da er nicht das gefunden hat, was er gesucht hat. Er verweilt nur 5 Sekunden.

Sie haben also in diesem Monat 3 Unique User erzielt, da 3 Nutzer ihre Website besucht haben. Diese 3 Nutzer haben mit ihren Besuchen 6 Visits (A=3, B=2, C=1) und 16 Page Impressions (A=4+2+5,B=3+1,C=1) erzielt. Durch die Verweildauer der einzelnen Besucher ergibt sich eine durchschnittliche Verweildauer von 148 Sekunden ((120sx3+40sx2+5s+1)/3). Da bei der Bounce Rate alle Besuche zählen ergibt sich in unserem Beispiel eine Bounce Rate von 33% (A besucht immer min. 2 Unterseiten und springt daher nicht ab, B springt hingegen beim zweiten Besuch ab und C direkt beim ersten Besuch. Das sind also 2 von 6 die abspringen).

Interpretation der Website KPIs

Die 5 oben genannten KPIs können sowohl für die gesamte Website als auch für einzelne Unterseiten ausgewertet werden. Unique User, Visits und Seitenaufrufe definieren die Reichweite ihrer Website oder einzelnen Unterseiten. Hier sind vor allem Unique User und Page Impressions zu erwähnen. Bei den Unique User erkennen sie wie viele potenzielle Kunden ihre Website besucht haben. Hier können sie gut die Entwicklung ihrer Website beobachten. Gerade in den ersten Monaten nach Start, sollte diese Kennzahl sukzessive steigen und dann optimaler weise nicht mehr sinken.

Die Page Impression geben ihnen einen Aufschluss darüber, wie interessant die Themen auf ihrer Seite sind. Im Verhältnis zu den Unique Usern kann man hier die Aktivität und das Interesse eines Nutzers ablesen. Bieten sie viele interessante Inhalte auf ihrer Website an und das Verhältnis ist sehr klein, dann könnte das auf eine schlechte Nutzerführung oder einfach auf Desinteresse hinweisen. Was klein und was groß ist, ist im Einzelfall ganz unterschiedlich und hängt von den Inhalten ab. Je mehr Inhalte sie haben, desto höher sollte auch das Verhältnis sein. Schauen sie daher, wie viele Seiten ein Nutzer bei ihnen Besuchen sollte, um alle Informationen zu bekommen die zum einen Kauf erforderlich sind. Das sollten sie dann als Benchmark nehmen. Seien sie aber großzügig und ziehen lieber ein bisschen was ab, da diese Benchmark ja nur das Optimum darstellt.

Ob es wirklich Desinteresse ist, zeigt ihnen dann die Verweildauer. Ist diese ebenfalls gering, sollten sie an ihren Inhalten arbeiten und diese nochmal genau überprüfen, ob diese wirklich für einen potenziellen Kunden relevant sind. Ist diese hingegen hoch, müssten sie ggf. an der Nutzerführung arbeiten. Was eine gute und was eine schlechte Verweildauer ist, hängt immer vom Inhalt und Einzelfall an. Schauen sie einfach wie viel Inhalt sie auf der Seite haben. Prüfen sie wie lange sie für das Lesen der Inhalt benötigen. Teilen sie diese Zahl durch zwei und nehmen sie das als erste Benchmark.

Die Bounce Rate gibt ihnen ebenfalls ein Anzeichen für das Interesse an ihrer Website. Ist diese hoch, sind die Nutzer in der Regel schnell wieder weg. Vor allem auf der Einstiegsseite (In der Regel Homepage genannt) sollte die Bounce-Rate niedrig sein. Auch hier gibt es keine allgemeingültige Aussage was gut ist und was schlecht ist. Das hängt ebenfalls ganz von der einzelnen Website und den eigentlichen Zielen ab. Die Einstiegsseite sollte aber bestenfalls eine Bounce-Rate unter 30% aufweisen. Es sei denn es gibt nur diese eine Seite und der Nutzer bekommt alle Infos die er benötigt.

Wie kann ich die Regionalität auswerten?

Bei vielen Tools lassen sich einige weitere Kennzahlen über die Besucher erheben. So kann zum Beispiel die Herkunft der Besucher angezeigt werden. Das ist natürlich gerade im Regionalen Online Marketing extrem wichtig. Hier können sie sehen wo ihre Nutzer herkommen. Da sie ja einen regionalen Fokus haben, sollten die Mehrzahl der Besucher auch aus ihrer Region stammen. Das können und sollten sie also regelmäßig überprüfen. Sie können alle oben genannten KPIs auch nur auf ihre Region auswerten und diese auch mit anderen Regionen vergleichen. In der Regel fallen die Werte für ihre Region deutlich besser aus, als für anderen Regionen. Sollte das nicht so sein, haben sie noch etwas arbeit vor sich.

VORSICHT!!!

Die Region lässt sich zwar bei vielen Tools bis auf die Stadt auswerten. Allerdings ist das in der Regel etwas ungenau. In Deutschland ist es verboten die Region der Nutzer exakt zu bestimmen. Daher dürfen die Messtools nur den Umkreis eingrenzen. Je nach Provider der Nutzer kann es hier dann zu teils enormen Abweichungen kommen. So kann es sein, dass das Analyse-Tool jemanden der in der Nähe von Hamburg wohnt als Berliner anzeigt, da sein Provider vielleicht nur Berlin als Standort weitergibt. Warum das so ist, erfahren sie in einem weiteren Artikel.